Vorsorge // 05.09.2026

Wenn das Netz verstummt: Die ersten 72 Stunden

Ein nüchterner Leitfaden für Stromausfall, Funkstille und die Entscheidungen, die nicht warten können.

Wenn Strom, Mobilfunk und Internet gleichzeitig ausfallen, beginnt die Krise nicht mit einem großen Knall. Sie beginnt mit kleinen Unsicherheiten.

Das Licht geht aus. Der Router verstummt. Das Mobiltelefon zeigt plötzlich kein Netz mehr an. Kartenzahlungen funktionieren nicht. Nachrichten werden nicht geladen. Vielleicht fährt irgendwo noch ein Auto vorbei, vielleicht hört man Nachbarn auf dem Balkon diskutieren – aber niemand weiß genau, was passiert ist.

Genau in dieser Phase entscheidet sich oft, ob Menschen ruhig und strukturiert handeln oder beginnen, unüberlegte Entscheidungen zu treffen.

Ein längerer Strom- und Kommunikationsausfall bedeutet nicht automatisch Katastrophe. Aber je länger er dauert, desto mehr Systeme des täglichen Lebens können betroffen sein. Deshalb sind vor allem die ersten 72 Stunden entscheidend.

Orientierung vor Aktion

Der erste Schritt lautet nicht: losfahren, einkaufen oder Vorräte zusammensuchen.

Der erste Schritt lautet: Lage verstehen.

Prüfe zunächst, ob nur deine Wohnung, dein Haus oder deine unmittelbare Umgebung betroffen ist.

Sieh aus dem Fenster. Funktioniert die Straßenbeleuchtung? Haben Nachbarhäuser noch Licht? Sind Ampeln aktiv? Hörst du Generatoren? Funktioniert das Mobilfunknetz noch teilweise?

Kontrolliere anschließend den Sicherungskasten. Vielleicht handelt es sich lediglich um eine ausgelöste Sicherung oder einen lokalen Fehler.

Ist jedoch gleichzeitig das Mobilfunknetz gestört und funktionieren mehrere Gebäude oder ganze Straßenzüge nicht mehr, solltest du davon ausgehen, dass der Ausfall größer sein könnte.

Dann gilt:

Ruhe bewahren.

Nicht unnötig herumfahren.

Nicht sofort sämtliche Akkus benutzen.

Nicht ständig versuchen, Nachrichten oder Webseiten neu zu laden.

In einer Krisensituation ist Energie eine Ressource.

Akkus werden plötzlich zu wertvollen Reserven

Im normalen Alltag denkt kaum jemand darüber nach, wie oft ein Smartphone geladen werden kann.

Während eines längeren Stromausfalls verändert sich diese Sichtweise schnell.

Das Smartphone sollte deshalb möglichst früh in einen Energiesparmodus versetzt werden.

Reduziere die Displayhelligkeit.

Schalte Bluetooth aus, wenn du es nicht brauchst.

Deaktiviere WLAN, falls kein funktionierendes Netzwerk vorhanden ist.

Schließe Apps, die unnötig Energie verbrauchen.

Wenn das Mobilfunknetz vollständig ausgefallen ist, kann sogar der Flugmodus sinnvoll sein. Das Telefon versucht sonst möglicherweise dauerhaft, eine Verbindung zu einem Mobilfunkmast aufzubauen und verbraucht dabei zusätzliche Energie.

Powerbanks sollten ebenfalls nicht gedankenlos verwendet werden.

Eine vollständig geladene Powerbank kann später wichtiger sein als ein Smartphone mit 100 Prozent Akkustand in der ersten Stunde des Ausfalls.

Das Radio wird wieder wichtig

Wenn Internet und Mobilfunk gleichzeitig ausfallen, verändert sich die Informationslage drastisch.

Plötzlich funktionieren Messenger, soziale Netzwerke, Nachrichten-Webseiten und Push-Mitteilungen nicht mehr.

Ein einfaches batteriebetriebenes Radio kann dann zu einem der wichtigsten Informationsmittel werden.

Auch Kurbelradios oder Geräte mit Solarlademöglichkeit können sinnvoll sein.

Das Radio sollte jedoch nicht dauerhaft laufen.

Schalte es beispielsweise regelmäßig für einige Minuten ein und prüfe, ob Behörden oder Rundfunkanstalten Informationen verbreiten.

Wichtig ist dabei, zwischen offiziellen Meldungen und Gerüchten zu unterscheiden.

In Krisen entstehen sehr schnell Spekulationen.

„Ich habe gehört, dass …“

„Jemand hat gesagt …“

„Im Nachbardorf soll angeblich …“

Solche Aussagen können stimmen.

Sie können aber genauso gut völlig falsch sein.

Verlässliche Informationen sind deshalb wertvoller als viele Informationen.

Wasser kommt vor Essen

Viele Menschen denken bei Krisenvorsorge zuerst an Lebensmittel.

Wasser ist jedoch deutlich wichtiger.

Ein erwachsener Mensch benötigt täglich mehrere Liter Wasser zum Trinken und für die Zubereitung von Lebensmitteln.

Zusätzlich wird Wasser benötigt für:

Kochen.

Hygiene.

Medikamente.

Reinigung.

Haustiere.

Unter Umständen auch für die Toilettenspülung.

Wenn die Wasserversorgung noch funktioniert, sollte deshalb frühzeitig überprüft werden, wie stabil sie ist.

Bei einem großflächigen Stromausfall kann die Wasserversorgung zunächst weiterlaufen. Je nach Infrastruktur können jedoch Pumpanlagen, Drucksysteme oder andere technische Einrichtungen später ausfallen.

Deshalb ist es sinnvoll, Trinkwasser bereits vor einer Krise auf Vorrat zu haben.

Wasser in Flaschen oder geeigneten Trinkwasserbehältern lässt sich problemlos lagern.

Auch ein paar zusätzliche Kanister können im Ernstfall einen enormen Unterschied machen.

72 Stunden ohne Einkaufsmöglichkeit

Ein sinnvoll vorbereiteter Haushalt sollte mindestens einige Tage ohne Supermarkt auskommen können.

Dabei geht es nicht darum, einen Bunker voller Lebensmittel anzulegen.

Es geht darum, Lebensmittel zu besitzen, die auch ohne funktionierenden Kühlschrank verwendet werden können.

Geeignet sind beispielsweise:

Konserven.

Reis.

Nudeln.

Haferflocken.

Knäckebrot.

Nüsse.

Trockenfrüchte.

Suppen.

Hülsenfrüchte.

Fertiggerichte.

Haltbare Milch.

Energieriegel.

Lebensmittel im Glas.

Wichtig ist jedoch ein Punkt, den viele Menschen beim Aufbau eines Vorrats vergessen:

Lagere Dinge, die du tatsächlich isst.

Ein Vorrat aus Lebensmitteln, die niemand mag, ist kein besonders guter Vorrat.

Das sogenannte Rotationsprinzip ist wesentlich sinnvoller.

Du kaufst Lebensmittel, die du ohnehin regelmäßig verwendest, lagerst mehrere Packungen davon und verbrauchst immer zuerst die ältesten.

So entsteht mit der Zeit ein Vorrat, ohne dass Lebensmittel jahrelang unberührt in einem Schrank liegen.

Der Kühlschrank bleibt geschlossen

Wenn der Strom ausfällt, beginnt ein unsichtbarer Countdown.

Kühlschrank und Gefrierschrank verlieren langsam ihre Temperatur.

Deshalb gilt:

Türen möglichst geschlossen halten.

Nicht alle paar Minuten nachsehen, ob die Lebensmittel noch kalt sind.

Jedes Öffnen lässt warme Luft hinein.

Je voller ein Gefrierschrank ist, desto länger kann er seine Temperatur halten.

Wenn absehbar ist, dass der Strom länger wegbleibt, sollten empfindliche Lebensmittel zuerst verbraucht werden.

Lang haltbare Lebensmittel bleiben dagegen Reserve.

Kochen ohne Strom

Ein Elektroherd ist bei einem Stromausfall nutzlos.

Induktionskochfelder ebenfalls.

Deshalb gehört zu einer guten Vorbereitung eine alternative Kochmöglichkeit.

Das kann beispielsweise ein geeigneter Campingkocher sein.

Entscheidend ist jedoch die sichere Verwendung.

Verbrennungsgeräte können Kohlenmonoxid produzieren.

Deshalb dürfen Grills, Holzkohlegrills und viele Campinggeräte niemals einfach in geschlossenen Wohnräumen betrieben werden.

Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos.

Eine improvisierte Kochmöglichkeit darf deshalb niemals wichtiger werden als die eigene Sicherheit.

Wer regelmäßig mit alternativen Kochgeräten vorsorgen möchte, sollte vorher wissen, wo und wie das Gerät sicher betrieben werden kann.

Bargeld wird plötzlich wieder relevant

Ein Stromausfall kann auch Zahlungssysteme treffen.

Kartenterminals funktionieren möglicherweise nicht.

Geldautomaten können ausfallen.

Onlinebanking ist ohne Internet nicht erreichbar.

Mobile Payment funktioniert unter Umständen ebenfalls nicht.

Ein kleiner Bargeldvorrat zu Hause kann deshalb sinnvoll sein.

Nicht riesige Summen.

Sondern genügend Bargeld, um einige alltägliche Dinge bezahlen zu können, falls Geschäfte trotz technischer Probleme weiterhin geöffnet sind.

Auch kleinere Scheine sind sinnvoll.

Ein Händler kann dir möglicherweise keinen großen Geldschein wechseln.

Medikamente gehören ganz nach oben auf die Liste

Menschen, die regelmäßig Medikamente benötigen, sollten besonders früh an Vorsorge denken.

Lebensmittel lassen sich improvisieren.

Medikamente häufig nicht.

Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden:

Wie lange reicht mein Vorrat?

Müssen bestimmte Medikamente gekühlt werden?

Benötige ich medizinische Geräte, die Strom brauchen?

Gibt es dafür Akkus oder alternative Lösungen?

Wer von elektrisch betriebenen medizinischen Geräten abhängig ist, sollte für längere Stromausfälle einen individuellen Notfallplan besitzen und diesen gegebenenfalls mit medizinischen Fachpersonen abstimmen.

Wärme wird schneller zum Problem als erwartet

Ein Stromausfall bedeutet nicht automatisch, dass jede Heizung sofort ausfällt.

Viele moderne Heizsysteme benötigen jedoch Strom für Pumpen, Steuerungen oder Zündsysteme.

Im Winter kann deshalb die Raumtemperatur nach mehreren Stunden deutlich sinken.

Dann gilt:

Nicht versuchen, die gesamte Wohnung warm zu halten.

Konzentriere dich auf einen oder wenige Räume.

Schließe Türen.

Nutze warme Kleidung.

Verwende Decken und Schlafsäcke.

Ziehe mehrere Kleidungsschichten übereinander.

Auch Mützen können im Haus sinnvoll werden.

Fenster sollten nur kurz zum Lüften geöffnet werden.

Improvisierte Heizmethoden mit Grills, offenen Flammen oder nicht dafür vorgesehenen Geräten sind dagegen gefährlich.

Licht bedeutet Sicherheit

Dunkelheit verändert eine Wohnung stärker, als man zunächst denkt.

Treppen werden gefährlich.

Gegenstände auf dem Boden werden zu Stolperfallen.

Kinder können Angst bekommen.

Deshalb sollte jeder Haushalt mehrere unabhängige Lichtquellen besitzen.

Ideal sind LED-Taschenlampen.

Stirnlampen sind besonders praktisch, weil beide Hände frei bleiben.

Zusätzlich können batteriebetriebene Lampen sinnvoll sein.

Kerzen funktionieren ebenfalls, bringen jedoch ein erhebliches Brandrisiko mit sich.

Wenn Taschenlampen vorhanden sind, sollten sie deshalb bevorzugt werden.

Und ganz wichtig:

Batterien gehören zum Vorrat.

Eine Taschenlampe ohne funktionierende Batterien ist keine Notfallausrüstung.

Die ersten sechs Stunden

In den ersten Stunden geht es hauptsächlich darum, Ordnung zu schaffen.

Prüfe die Lage.

Kontrolliere Wasser.

Schone Akkus.

Informiere Familienmitglieder.

Bereite Taschenlampen vor.

Schließe Kühlschrank und Gefrierschrank.

Suche Radio und Batterien heraus.

Überlege, welche Geräte wirklich benötigt werden.

Wenn Familienmitglieder unterwegs sind, sollte möglichst früh geklärt werden, wie ihr euch verhaltet, falls Mobilfunk und Internet länger nicht funktionieren.

Ein vorher vereinbarter Treffpunkt kann dabei äußerst hilfreich sein.

Stunde sechs bis vierundzwanzig

Nach mehreren Stunden wird deutlicher, ob es sich um einen kurzen technischen Zwischenfall oder um einen größeren Ausfall handelt.

Jetzt sollte der Haushalt in einen sparsamen Betriebsmodus wechseln.

Wasserverbrauch reduzieren.

Akkus konsequent schonen.

Lebensmittel sinnvoll priorisieren.

Radio nur zeitweise einschalten.

Unnötige Autofahrten vermeiden.

Warum Autofahrten vermeiden?

Weil auch Tankstellen Strom benötigen.

Kraftstoff kann deshalb plötzlich schwieriger verfügbar sein.

Ein halbvoller Tank ist in einer solchen Situation deutlich wertvoller als ein leerer Tank.

Deshalb gehört auch die Gewohnheit, ein Fahrzeug nicht permanent bis zur Reserve leerzufahren, zu einfacher Krisenvorsorge.

Stunde vierundzwanzig bis achtundvierzig

Nach einem ganzen Tag verändert sich die Situation.

Menschen beginnen möglicherweise, nervös zu werden.

Geschäfte können geschlossen bleiben.

Informationen verbreiten sich langsamer.

Bargeld, Wasser und Batterien gewinnen plötzlich an Bedeutung.

Jetzt hilft Routine.

Feste Essenszeiten.

Feste Zeiten für Radioinformationen.

Feste Regeln für Akkus.

Klare Aufgabenverteilung innerhalb der Familie.

Wer übernimmt Wasser?

Wer kontrolliert Lebensmittel?

Wer kümmert sich um Haustiere?

Wer hört Nachrichten?

Struktur reduziert Stress.

Stunde achtundvierzig bis zweiundsiebzig

Nach zwei Tagen wird eine Störung zunehmend zu einer echten Belastung.

Jetzt zeigt sich, wie gut ein Haushalt vorbereitet ist.

Wer Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Licht, Wärme und alternative Kommunikationsmöglichkeiten besitzt, kann weiterhin relativ ruhig handeln.

Wer dagegen erst jetzt beginnt, Grundversorgung zu organisieren, befindet sich unter deutlich größerem Druck.

Und genau deshalb ist Vorbereitung so wertvoll.

Nicht weil man davon ausgeht, dass morgen die Welt untergeht.

Sondern weil man im entscheidenden Moment nicht improvisieren muss.

Hygiene nicht unterschätzen

Hygiene wird bei Krisenvorsorge häufig vergessen.

Doch bereits nach wenigen Tagen können fehlendes Wasser und eine eingeschränkte Müllentsorgung unangenehm werden.

Zum Vorrat gehören deshalb beispielsweise:

Seife.

Feuchttücher.

Toilettenpapier.

Müllsäcke.

Desinfektionsmittel.

Damenhygieneartikel.

Windeln, falls benötigt.

Haushaltspapier.

Auch robuste Müllsäcke sind universell einsetzbar und gehören für viele Prepper zur Standardausrüstung.

Haustiere gehören in die Planung

Wer Haustiere besitzt, muss deren Versorgung genauso einplanen wie die eigene.

Dazu gehören:

Futter.

Wasser.

Medikamente.

Transportbox oder Leine.

Kotbeutel beziehungsweise Katzenstreu.

Eventuell eine Decke.

Unterlagen zu Impfungen oder Behandlungen können ebenfalls sinnvoll sein.

Ein Notvorrat, der nur für Menschen gerechnet wurde, ist für einen Haushalt mit Tieren unvollständig.

Kommunikation ohne Mobilfunk

Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, merkt man erst, wie abhängig Kommunikation inzwischen von wenigen technischen Systemen geworden ist.

Deshalb sollte eine Familie bereits vorher einfache Regeln vereinbaren.

Wo treffen wir uns, wenn niemand erreichbar ist?

Wer holt die Kinder?

Welche Person außerhalb der Region könnte als Kontakt dienen?

Welche wichtigen Telefonnummern kennen wir überhaupt noch ohne Smartphone?

Eine kleine Papierliste mit Telefonnummern kann überraschend wertvoll sein.

Denn ein Kontakt im Telefonbuch hilft wenig, wenn der Akku leer ist.

Dokumente und wichtige Informationen

Bestimmte Informationen sollten nicht ausschließlich digital gespeichert werden.

Sinnvoll sind Kopien oder Ausdrucke wichtiger Daten.

Zum Beispiel:

Notfallkontakte.

Versicherungsinformationen.

Wichtige Telefonnummern.

Medikamentenlisten.

Ärztliche Informationen.

Dokumentnummern.

Adressen von Angehörigen.

Auch eine kleine wassergeschützte Dokumententasche kann Teil der persönlichen Notfallvorsorge sein.

Das Auto ist kein unendlicher Notstromspeicher

Viele moderne Fahrzeuge besitzen USB-Anschlüsse oder 12-Volt-Steckdosen.

Damit können Smartphones oder kleinere Geräte geladen werden.

Das kann hilfreich sein.

Aber auch ein Fahrzeug besitzt nur begrenzte Energie beziehungsweise Kraftstoff.

Den Motor stundenlang nur zum Laden eines Telefons laufen zu lassen, ist ineffizient.

Außerdem darf ein Verbrennungsmotor niemals in geschlossenen Garagen laufen.

Abgase können tödlich sein.

Ein Auto sollte deshalb als zusätzliche Reserve betrachtet werden – nicht als primäre Stromversorgung des Haushalts.

Ein kleiner Notfallrucksack kann Gold wert sein

Auch wenn du eigentlich planst, zu Hause zu bleiben, kann ein griffbereiter Notfallrucksack sinnvoll sein.

Nicht weil du bei jedem Stromausfall fliehen musst.

Sondern weil Situationen entstehen können, in denen ein Gebäude kurzfristig verlassen werden muss.

In einen solchen Rucksack können beispielsweise:

Wasser.

Snacks.

Taschenlampe.

Powerbank.

Ladekabel.

Erste-Hilfe-Set.

Medikamente.

Etwas Bargeld.

Dokumentkopien.

Warme Kleidung.

Hygieneartikel.

Radio.

Ersatzbatterien.

Die Ausstattung sollte immer zur eigenen Lebenssituation passen.

Prepper sein bedeutet nicht, Angst zu haben

Das Wort „Prepper“ wird häufig mit Bunkern, Waffenlagern und Weltuntergangsszenarien verbunden.

Dabei ist vernünftige Vorbereitung wesentlich unspektakulärer.

Ein Feuerlöscher ist Vorbereitung.

Eine Hausapotheke ist Vorbereitung.

Ein Ersatzkanister Wasser ist Vorbereitung.

Eine Powerbank ist Vorbereitung.

Lebensmittel für einige Tage sind Vorbereitung.

Ein Treffpunkt für die Familie ist Vorbereitung.

Vorbereitung bedeutet nicht, eine Katastrophe zu erwarten.

Vorbereitung bedeutet, die eigene Abhängigkeit von funktionierender Infrastruktur realistisch einzuschätzen.

Die wichtigste Ressource sitzt zwischen deinen Ohren

Ausrüstung ist hilfreich.

Aber sie ersetzt keine Entscheidungen.

Du kannst zwanzig Powerbanks besitzen und trotzdem deine Energie verschwenden.

Du kannst hundert Liter Wasser lagern und trotzdem schlecht damit umgehen.

Du kannst einen kompletten Notvorrat besitzen und trotzdem in Panik geraten.

Deshalb ist die wichtigste Fähigkeit während einer Krise nicht das Sammeln von Ausrüstung.

Es ist strukturiertes Denken.

Information beschaffen.

Prioritäten setzen.

Ressourcen einteilen.

Risiken vermeiden.

Dann handeln.

Eine einfache Reihenfolge für die ersten 72 Stunden

Wenn plötzlich Strom, Mobilfunk und Internet gleichzeitig verschwinden, kannst du dich an einer einfachen Reihenfolge orientieren:

1. Lage prüfen.

2. Ruhe bewahren.

3. Wasser sichern.

4. Medikamente kontrollieren.

5. Akkus und Batterien schonen.

6. Lichtquellen vorbereiten.

7. Informationen über Radio oder Behördenkanäle suchen.

8. Lebensmittelbestand prüfen.

9. Wärme beziehungsweise Wetterschutz organisieren.

10. Kommunikation und Treffpunkte innerhalb der Familie klären.

11. Bargeld und wichtige Dokumente bereithalten.

12. Unnötige Fahrten und unnötigen Energieverbrauch vermeiden.

Diese Reihenfolge verhindert, dass wertvolle Zeit für Dinge verloren geht, die in diesem Moment nicht wichtig sind.

Vorbereitung ist ein Puffer zwischen Ereignis und Reaktion

Das Ziel guter Krisenvorsorge besteht nicht darin, vollkommen unabhängig von der Außenwelt zu werden.

Das ist für die meisten Menschen weder notwendig noch realistisch.

Das Ziel ist Zeit.

Zeit, um Informationen abzuwarten.

Zeit, damit Behörden und Einsatzkräfte reagieren können.

Zeit, bis Strom oder Kommunikation wieder funktionieren.

Zeit, um Entscheidungen nicht unter Druck treffen zu müssen.

Wer drei Tage Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Licht und grundlegende Energieversorgung besitzt, gewinnt genau diesen Puffer.

Und dieser Puffer kann in einer unübersichtlichen Situation einen enormen Unterschied machen.

Denn wenn das Netz verstummt, ist nicht automatisch derjenige am besten vorbereitet, der die meiste Ausrüstung besitzt.

Sondern derjenige, der vorbereitet ist, bevor alle anderen merken, was ihnen fehlt.